KÖRPERBALANCE

Balance Boarden ist nicht bloss eine trendige und surfige Randsportart, sondern spricht verschiedenste Interessensgebiete an und ist in seinen Trainingsvariationen sehr vielfältig. Als Gründer von MECOS BOARDS sind wir von unserem Balance-Board-Konzept sportlich wie auch unternehmerisch absolut überzeugt.


Mit dem Statement unseres Partners und Meister seines Fachs möchten wir in einfachen Worten unterstreichen, dass Balancen auch aus orthopädischer Sicht das ultimative Trainingsformat für ein breites Zielpublikum aus unterschiedlichen Altersklassen ist.


Dürfen wir vorstellen, Ricci Morgado:

Inhaber der Physiotherapie Atlantico GmbH, Absolvent in Sports Science and Physical Education und früherer Betreuer der Schweizer Männer Handballnationalmannschaft sowie der Portugiesischen Enduro Nationalmannschaft an den International Enduro Six Days Rennen.

 

Hier beantwortet er uns die 8 wichtigsten Fragen:

Was löst das Balancen grundsätzlich im Körper aus und welche Voraussetzungen werden dafür benötigt?

«Das Balancen fällt in die Kategorie des propriozeptiven Trainings. Es handelt sich hierbei um die Zusammenarbeit aller Sinne des Körpers. Die Propriorezeptoren sind Sensoren die sich in den Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke befinden und die Informationen an das Gehirn weiterleiten. Lage, Haltung und Position werden ohne bewusste Wahrnehmung weitergegeben und darauf folgen entsprechende Anpassungen am Körper und dessen Haltung.»

  

Welche Muskelpartien trainiert man während dem Balancen?

«Es gestaltet sich nahezu unmöglich bloss einzelne Muskelgruppen zu trainieren. Die Zusammenarbeit aller Sinne und darauf folgende Aktion des Körpers sind das Hauptziel.»

 

Weshalb werden Balance Boards auch in der Rehabilitation/Physiotherapie nach Verletzungen eingesetzt?

«Es ist bewiesen, dass das propriozeptive Training und dessen Resultate die Wahrscheinlichkeit einer neuen Verletzung mindert. Deswegen ist das Balancen ideal für Fuss- und Knie-Patienten, die bereits voll funktionsfähig sind aber noch den letzten Feinschliff benötigen. Der Fun-Faktor macht das Training zudem sehr attraktiv.»

 

Wie kommt ein Befehl eines Bewegungsablaufs auf dem Board vom Gehirn zur Muskulatur?

«Die Rezeptoren in den Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke nehmen die Informationen auf und leiten diese an die Wirbelsäule zum Rückenmark (Alpha Motorneuron). Dort wird die Information abermals ins Gehirn weitergeleitet. Denselben Weg legen diese anschliessend in die entsprechenden Muskelgruppen zurück. Nicht alle sensoriellen Informationen erreichen das Gehirn, manche werden schon im Rückenmark durch den Alpha Motoneuron erfasst und zurück zu den Muskeln geleitet.»

 

Wie funktioniert das Gleichgewicht im Zusammenspiel mit der Muskulatur? Sprich, wie reagieren Muskeln auf Verlust von Gleichgewicht? 

«Sobald die Geschwindigkeit der Bearbeitung oder der Übertragung von Informationen abnimmt, ist das Risiko einer Verletzung grösser. Die perfekte Koordination der Muskeln macht es möglich, sich fehlerfrei zu bewegen. Das Alter, Nervenkrankheiten oder Alkohol haben einen massgeblichen negativen Einfluss auf die propriozeptive Funktion, es muss ein perfektes System sein. Falls ein Teil nicht mehr zu 100% funktioniert, werden Übungen wie das Balancen nahezu unmöglich.»

 

Für welche Zielgruppe eignet sich das Balance Boarden?

«Diesbezüglich kommt es nicht auf das Alter sondern mehr auf die bestehenden propriozeptiven Kapazitäten an. Es macht keinen Sinn, ein junges Kind auf das Board zu stellen, welches nicht auf einem Bein stehen kann – bei einer 60-jährigen Person, die fit und koordiniert ist, hingegen schon.»

 

Wie lange pro Tag/Woche sollte man Balancen, falls man dies als individuelles Training ausübt?

«Üblicherweise wird das propriozeptive Training in Sets absolviert, die nicht viel länger als eine Minute dauern. Es ist eine sehr intensive Art des Trainings und sollte täglich in mehreren kurzen Serien geübt werden, um die Propriozeptivität zu verbessern.»

 

Schlusswort: Weshalb setzt du Ricci aufs Balancen in deiner Physio, was macht diese Trainingsart so erfolgreich?

«Für mich als Physiotherapeut ist es wichtig, dem Patienten innerhalb der einzelnen Trainingseinheiten eine Vielzahl an verschiedenen Möglichkeiten zu bieten.

Das propriozeptive Training ist in meiner Physiotherapie für nahezu alle Patienten Pflicht. Hierbei wird insbesondere das Risiko einer neuen Verletzung minimiert, um die Patienten entsprechend gut vorbereitet wieder in den Alltag zu entlassen. Nach Operationen geht die Propriozivität sehr schnell verloren und hier ist es sehr wichtig, Trainings wie das Balancieren in das Reha-Programm einzubauen.

Es gibt selten Patienten, welche keinen Spass am Balancen bekunden. Das harte Aufbautraining mit Spass zu verbinden, erfreut selbstverständlich auch mich als Physiotherapeut.»

 

Wir stehen drauf!